„Listen to the Future “

Das Klang.Forscher!-Projekt in der Anna-Schmidt-Schule Frankfurt am Main

Projektbericht von Lehrerin Doris Schmidt

Gleich mehrere Ideen entstanden zu Beginn des Klang.Forscher-Projekts der 8. Klasse zum Thema „Der Sound unserer Welt von morgen“ in den Köpfen der sechzehn Jugendlichen:

Eine Gruppe fragte sich, ob es Außerirdische gibt – eine Frage, die angesichts der Entdeckung neuer Planeten wieder aktuell ist.

Ein anderes Team entwickelte den „roten Faden“ der Geschichte, die in einer Schule der Zukunft spielen soll mit Roboterlehrern und Räumen für Zeitreisen.

Ein drittes Team suchte Sounds im Alltag und in Science Fiction-Filmen, die sie aufnahmen und als Inspiration für die akustische Welt der Zukunft nutzten.

Die HR3-Moderatorin Ariane Wick unterstützte als Medien-Coach die Jugendlichen dabei, ihre Ideen für die Zukunft zu vertonen.

Es war spannend zu sehen, wie sich die Jugendlichen die Zukunft vorstellten und sehr faszinierend, wie intuitiv und forschend sie den Zugang zu digitalen Aufnahmegeräten und Schnitt-Programmen finden.

Klang.Forscher!-Auftakt im HR

Eine Veranstaltung im Hessischen Rundfunk mit Inputs von einem Geräuschemacher und erfahrenen Mediencoaches motivierte uns Lehrer ebenso wie die tolle Ausrüstung, die wir mitbekommen haben: Kopfhörer, Aufnahmegerät und einen USB-Stick mit einer Sammlung wichtiger Informationen.

Ariane Wick und Doris Schmidt probieren die neuen Kopfhörer aus.

Die Projektwoche

Am ersten Projekttag erklärte uns Ariane Wick, wie die Rekorder funktionieren und wie man mit dem Programm Audacity das Audio-Material schneiden konnte. Unser technischer Hausmeister brachte uns eine Kiste mit einem weiteren Aufnahmegerät, einem Laptop, einem Mikrofon und einer Sammlung von USB-Sticks, die er mit Audacity aufgerüstet hatte. Schön für die Schüler war, dass sie sehr selbstständig und konzentriert in Kleingruppen arbeiten konnten.

Die Schülerinnen und Schüler erstellten auf Empfehlung von Ariane Wick ein Skript, in das sie alle Ideen integrieren konnten. Die „Schule der Zukunft“ wurde von allen als das ideale Konzept dafür betrachtet. Helen, Flore, Amelia, Anouk und Margarethe schrieben zusammen ihre Ideen auf, was gar nicht so einfach war, wenn man dabei immer wieder lachen muss.

Flore, Margarethe und Helen lesen ihre Geschichte vor.

Das Interview mit dem Astro-Physiker Dr. Deiss zur Frage, „Gibt es Außerirdische und wie sehen die aus?“ war das erste große Ton-Dokument, das geschnitten und bearbeitet wurde.

Ariane Wick gibt Tipps zum sinnvollen Bearbeiten von Text, Streichen von Passagen und Schneiden.

Am nächsten Projekttag kam uns der Rundfunkreporter Hardy Tasso besuchen, um die Schülerinnen und Schüler zu aussterbenden Sounds zu interviewen und das Klang.Forscher!-Projekt zu beobachten.

Mit seinem Equipment und seiner Erfahrung machte er nicht nur großen Eindruck bei den Jugendlichen, er genoss es auch, selbst wieder in der Schule zu sein, da er früher einmal Lehrer war.

Konrad, der sich mit den Sounds von Zukunftsfilmen beschäftigt hatte und schon Erfahrung im Videoschnitt mitbrachte, überraschte uns mit einem genialen Beam-Sound.

Konrad zeigt am Whiteboard virtuos, welche Effekte er genutzt hat. Hardy Tasso staunt!

Ein großer Spaß war auch die Bearbeitung der Stimme und Sprache des Robo-Lehrers.  Konrad und Raphael schlugen vor, beim Portal „odd-cast“ den Text in Stimme zu verwandeln und zu verfremden, so dass er maschineller klingt.

Beim wiederholten Üben, dem unterschiedlichen Betonen und dem Spiel mit der Veränderung der Stimme gibt es viel zu lachen.

Als letzte Gruppe wurde das Team aktiv, das die zukünftige Entwicklung der Natur erforscht hatte. Mira, Lara und Larissa hatten zunächst ein fiktives Interview geplant und dafür schon einen witzigen Jingle aufgenommen.

Mira, Lara und Larissa arbeiten am Text der fiktiven Sprecher, sogenannter Roboratoren.

Aber da es ja bereits ein Interview gab, entschieden sie sich, eine Radionachricht zu verfassen. Den drohenden Klimawandel integrierten die Mädchen in das sonst eher humorvolle Skript.

Gemeinsam mit Mediencoach Ariane Wick besprechen alle Teams die Übergänge.

Am Ende waren alle mit dem Skript zufrieden. Bereit zum Produzieren!

Der Studiotag im HR

Höhepunkt war der Studiotag im Hessischen Rundfunk. Bis auf Mara und Victoria, die auf Konfirmandenfreizeit waren, sind alle gekommen. Alle hatten sich sehr auf diesen Tag gefreut: mit dem eigenen Material zusammen mit Profis etwas Tolles gemeinsam perfektionieren. Das war das Ziel.

Jonas verbessert seinen zunächst zu nüchternen Ausdruck enorm.

Am Morgen startete Ariane Wick mit Aufwärmübungen für die Mädchen und Jungs, die Sprecherrollen haben. Dann wurde der Text geprobt, damit er nicht nur abgelesen wirkt.

Margarethe (links) hat die wichtige Erzählerrolle und bleibt glücklicherweise gelassen, obwohl sie wirklich lange Passagen fehlerfrei sprechen muss. Davor haben alle großen Respekt!

Während die Sprecher im Aufnahmeraum üben, lädt Sven Fischer, unser Tontechniker, die von uns mitgebrachten Audio-Dateien ins System und verfolgt die Sprachproben.

Ariane erklärte der Gruppe jeden Schritt und fragte die Jugendlichen, wenn es um wichtige Entscheidungen ging: „Welche Raumatmosphäre legen wir auf die Textstellen? Wie lange soll man das Beamgeräusch hören? Wie verfremden wir die Roboratoren?“ usw.

Entscheidung im Team: Welche Atmo?

Als die Sprachaufnahmen beendet waren und der Mix am Mischpult gemacht wurde, waren auch die Jugendlichen ohne Sprechrolle mit Spaß und Begeisterung dabei.

Am Ende sah das am Computer ganz schön kompliziert und bunt aus. Aber noch besser gefiel mir unser Endprodukt, nachdem alle Sounds, Effekte und Atmos zusammengefahren wurden. Auch Sven Fischer und Ariane Wick waren glücklich und zufrieden. Es gab einen begeisterten Applaus, als die Schülerinnen und Schüler das fertige Stück anhörten.

Zufrieden und glücklich mit dem fertigen Hörstück.

Ein toller Produktionstag im HR!

Die Klang.Forscher der Anna-Schmidt-Schule Frankfurt haben ihr Werk vollendet und hoffen jetzt, dass es im Juni einen Preis bekommen wird. Toi, toi, toi!

Wir freuen uns auf den 20. Juni und sind schon neugierig auf die anderen Schulen und deren Zukunftsklänge.

Doris Schmidt

Bildnachweis alle Fotos: Doris Schmidt