Frankfurt, 21. Juni 2017

  •  Zehn Schülergruppen präsentierten auf Abschlussveranstaltung ihre Hörstücke zum Thema „Listen to the Future – Der Sound unserer Welt von morgen
  • Humboldt-Gymnasium Vaterstetten aus Bayern gewinnt den Hauptpreis
  • Ehrungen in weiteren Kategorien

Wie klingt die Welt von morgen? Wie kann man die Zukunft hörbar machen? Welche Träume, Ängste, Sehnsüchte und Visionen beschäftigen Jugendliche? Mit Aufnahmegerät, Utensilien zum Geräuschemachen und vielen kreativen Ideen gingen zehn Klang.Forscher!-Gruppen verschiedener Schulformen aus Hessen, Bayern, Thüringen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in den vergangenen vier Monaten auf Entdeckungsreise, um ihre Vorstellungen von der Zukunft akustisch umzusetzen. Bereits zum dritten Mal fand das kulturelle Bildungsprojekt Klang.Forscher! der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, der Stiftung Zuhören und CHUNDERKSEN statt. Unter zahlreichen Bewerbungen wurden zehn Schulen ausgewählt, die ihre Hörstücke produzieren konnten.

Die Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Jahrgangsstufen haben Ideen gesammelt, Klänge gesucht, Geräusche aufgenommen, digitalen Audioschnitt gelernt, sich Geschichten ausgedacht, Konzepte entworfen, Interviews geführt, Musik gemacht, Texte gesprochen und in den Studios des Norddeutschen, Hessischen und Bayerischen Rundfunks Hörstücke produziert. All das oft zum ersten Mal in ihrem Leben. Unterstützt wurden sie von professionellen Mediencoaches, die sie vorsichtig gelenkt, aber nicht angewiesen oder belehrt haben, da das Prinzip des Forschenden Lernens im Vordergrund des Projekts steht.

Humboldt-Gymnasium Vaterstetten erhält Deutschen Klang.Forscher!-Preis

Am Dienstag den 20. Juni 2017 sind auf der großen Abschlussveranstaltung im Hessischen Rundfunk, die von HR-Journalistin Ariane Wick moderiert wurde, alle Hörstücke präsentiert und geehrt worden. Die Jury, der Volker Bernius, Fachbeirat der Stiftung Zuhören und ehemaliger HR-Redakteur im Bereich Bildung, die Sprecherin und Schauspielerin Claude de Demo, Lydia Grün, Geschäftsführerin netzwerk junge ohren oder Marlene Breuer, Hörspiel- und Hörbuch-Regisseurin, angehörten, vergab einen Hauptpreis und mehrere Einzelpreise in verschiedenen Kategorien.

Als bestes Hörstück wurde die Produktion aus dem Humboldt-Gymnasium Vaterstetten in Bayern mit dem Deutschen Klang.Forscher!-Preis ausgezeichnet. Das Stück „My ALA and me“ überzeugte die Jury durch seinen Humor, die erfrischende Originalität und die herausragende Umsetzung: „Das Kurzhörspiel ist konsequent durchdacht und hervorragend strukturiert. Es hat Rhythmus. Es erzeugt Spannung und es erfordert genaues Zuhören“, so Jurymitglied Lutz Roschker, Vorstandsmitglied der PwC-Stiftung Jugend-Bildung-Kultur, in seiner Laudatio für das Gewinnerstück.

Die Idee: Im Jahr 2067 wird das Mädchen Sky von ihrem ALA geweckt, ihrem Acoustical Life Assistant. Der ins Ohr implantierte Chip ist ein Alleskönner: Er strukturiert ihre Termine, blendet Geräusche ein oder aus, mit ihm kommuniziert sie, hört Musik und vieles mehr. Doch er lässt sich nicht ausschalten. In jedem Satz des Kurzhörspiels erfahren wir etwas über die Zukunft: Sky spricht ein gepflegtes Denglish und hört Klackno-Musik, eine Mischung aus Klassik und Techno. Essen erhält sie vom Universal Foodmaker, ihre Mutter bringt einen frisch gedruckten Kuchen mit, ihr Freund schickt Zimt-Lavendel-Duftnachrichten und die Oma nimmt an einem historischen Strickworkshop teil.

 Preise in weiteren Kategorien

Auch die anderen Klang.Forscher!-Gruppen erhielten Preise für herausragende Aspekte ihrer Hörstücke. In der Kategorie „Sprecher“ wurde die 8. Klasse der Anna-Schmidt-Schule Frankfurt am Main für ihr Stück „Zukunft der Schule“ ausgezeichnet. Der Preis für die Kategorie „Story“ ging an die Produktion „Angriff der Roboterlehrer“ der Klasse 7.4 des Gymnasiums Ernestinum Rinteln in Niedersachsen. In der Kategorie „Geräusche“ schnitt die Klasse 7M der Mittelschule Peiting in Bayern am besten ab. Mit ihrem Stück „E-Mail aus der Zukunft“ konnte die AG Kreatives Schreiben der Kopernikusschule Freigericht in Hessen die Jury in der Kategorie „Stimmige Zukunftsidee“ überzeugen. Weitere Auszeichnung wurden in den Kategorien „Journalistische Gestaltungsformen“, Dialoge/O-Töne, Journalistische Recherche, Musik sowie Atmo/Sound Design vergeben.

Lutz Roschker, Vorstandsmitglied der PwC-Stiftung Jugend-Bildung-Kultur, resümierte: „Alle Teilnehmer sind Gewinner, die sich selbstbewusst dem Thema Zukunft gestellt haben. Die Zukunftsszenarien sind tiefgreifend und durchdacht, zeigen sie doch, dass wir Gefahr laufen, unsere Selbstbestimmtheit aufzugeben. Es gilt deshalb für die derzeit Verantwortlichen, die Erwachsenen, einzuhalten und zu fragen, ist die Entwicklung richtig, in die wir gehen? Denn wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt.“

Birgit Echtler, Geschäftsführerin der Stiftung Zuhören, sagte: „Das Klang.Forscher!-Projekt in diesem Schuljahr hat wieder einmal gezeigt, wie wichtig bewusstes Zuhören und die Erforschung von Klängen für junge Menschen ist und wieviel Spaß akustische Reisen machen können. Wir sind beeindruckt von der Kreativität und dem Einfallsreichtum unser Klang.Forscher! und bedanken uns herzlich bei den Mediencoaches für ihren Einsatz.“

Klang.Forscher! ist ein Kooperationsprojekt der Stiftung Zuhören, der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur und CHUNDERKSEN, einem Büro für Filmproduktion und Kommunikationsdesign. Ziel ist es, das bewusste Zuhören und das entdeckende Lernen im Bereich der akustischen Lebenswelt zu fördern.

Hier geht es zu den Hörstücken

Logo und Bildmaterial der Abschlussveranstaltung finden Sie im Pressebereich der Website:

www.klang-forscher.de/presse