München/Frankfurt, 16. Dezember 2016

Zehn Schulklassen können Hörstücke zum Thema „Listen to the Future – Der Sound unserer Welt von morgen!“ produzieren / Preisverleihung im Juni 2017

Die Nominierten für den Deutschen Klang.Forscher!-Preis im Schuljahr 2016/17 stehen fest. Aus einer Vielzahl an Einreichungen hat ein Fachgremium, dem Hörfunk-, Klang-, und Sprachexperten/innen angehören, zehn Schülergruppen aus ganz Deutschland ausgewählt. Die neuen Klang.Forscher! werden 2017 ihre Ideen zum Thema „Listen to the Future – Der Sound unserer Welt von morgen!“ mit Unterstützung eines Mediencoaches in einem professionellen Tonstudio akustisch umsetzen. Aufgrund der vielen beeindruckenden Vorschläge der Schülerinnen und Schüler wurde die Anzahl der Nominierten von ursprünglich sechs auf zehn erhöht. 

Die Themen der eingereichten Vorschläge reichen weit: Von dystopischen Erzählungen über die Welt der Zukunft oder die Alltagsklänge eines 14-Jährigen in 100 Jahren, über die klangliche Erkundung der Heimatstadt, Experteninterviews zum Thema Außerirdische oder die Klänge in einem vernetzten Haus bis hin zu einem Krimi ist eine große inhaltliche und formale Bandbreite abgedeckt. „Wir freuen uns sehr, dass das Thema ‚Zukunft‘ bei den Schülerinnnen und Schülern soviel Anklang gefunden hat“, sagt Birgit Echtler, Geschäftsführerin der Stiftung Zuhören. „Uns ist es nicht leicht gefallen, aus allen Einsendungen die Nominierten zu wählen. Die thematische Breite der eingereichten Ideen und die Kreativität ist beeindruckend. Deshalb haben wir uns spontan entschieden, statt wie geplant sechs nun zehn Schulen in den Wettbewerb aufzunehmen.“

Das kulturelle Bildungsprojekt Klang.Forscher! der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, der Stiftung Zuhören und CHUNDERKSEN ermöglicht durch die Förderung des bewussten Zuhörens das entdeckende Lernen im Bereich der akustischen Lebenswelt. Wahrnehmung, Kommunikationsfähigkeit und Konzentrationsvermögen der Schülerinnen und Schüler profitieren davon. Für den Wettbewerb konnten sich Schulklassen der 7. bis 10. Jahrgangsstufe aller Schularten bewerben.

Lutz Roschker, Vorstand der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur: „Unsere Klang.Forscher! machen deutlich, wie bunt Klänge sind. So bunt, dass man Klangfarben gleichsam mit den Ohren sehen kann. Klänge sind untrennbar mit unserem Leben verbunden, wir begegnen ihnen auf Schritt und Tritt, manchmal auch unangenehm. Dann nennen wir das Lärm. Allerdings ist Klangempfinden durchaus eine subjektive Sache: des einen Musik ist des anderen Lärm. Auch das erfahren die Klang.Forscher!“.

Produktion der Hörstücke im März und April 2017

In einer Auftaktveranstaltung im Februar 2017 in Frankfurt werden die betreuenden Lehrkräfte in die Methoden der Zuhörbildung und die Methode des Forschenden Lernens, die Klangerzeugung sowie die akustischen Umsetzungsmöglichkeiten eingeführt. Zwischen März und April findet an den Schulen die Klang.Forscher!-Projektwoche statt. Ein Mediencoach kommt in die Klasse und hilft den Schülerinnen und Schülern ihre Zukunftsidee klanglich umzusetzen. Am Ende der Projektwoche geht es für die Endproduktion in ein professionelles Tonstudio, wo die Hörstücke final zusammengesetzt und abgemischt werden. Eine Fachjury wählt aus den Beiträgen den Gewinner des Deutschen Klang.Forscher!-Preises sowie die Sieger in weiteren Kategorien, die bei der Preisverleihung im Hessischen Rundfunk in Frankfurt am 21. Juni 2017 geehrt werden.

Die Nominierten

Unter den zehn Nominierten sind Schülergruppen verschiedener Schulformen aus städtischen und ländlichen Gebieten vertreten. Ausgewählt wurden Schulen aus Hessen, Bayern, Thüringen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Aus der Kopernikusschule Freigericht in Hessen, einer Kooperativen Gesamtschule, wurde die AG Kreatives Schreiben nominiert. Zu ihr gehören zehn Jugendliche der achten Klasse aus Realschule und Gymnasium. Ihre Idee: Mit Texten, Geräuschen und selbst eingespielter und vom Musiklehrer komponierter Musik soll eine Geschichte über die Welt in 100 Jahren erzählt werden. Zwei Jugendliche schicken über einen magischen Briefkasten Briefe an einen Zukunftsforscher der heutigen Zeit, die von Kriegen, Armut und Umweltzerstörung berichten. Nachdem seine Kinder die Briefe auf Youtube vorgelesen haben, berät er Kollegen und die Regierung, wie die negativen Entwicklungen verhindert werden können.

Die 15 kreativen Köpfe der Klasse 7M der Mittelschule Peiting in Bayern wollen in einer Mischung aus Hörspiel und Klangkomposition eine dystopische Geschichte aus dem Jahr 3571 erzählen. Die Menschheit steht auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Es gibt keine Situation, die man nicht ohne Technik lösen könnte (Transport-, Zeit- und Einfrierkapseln, Roboterbutler, fliegende Autos etc.). Jede Krankheit ist heilbar. Bis es eines Tages einen großen Knall gibt und alles ausgelöscht wird. Alle Ressourcen sind verbraucht, alle Server stürzen ab. Keine auch noch so geniale Erfindung funktioniert mehr.

Nominiert ist ebenfalls die Klasse 8e des Gisela-Gymnasiums München. Die 24 Schülerinnen und Schüler interessiert, wie sich der Alltag eines 14-jährigen in 100 Jahren anhören wird. Kann er noch Verkehrsmittel hören? Kennt er noch das Rascheln und Klimpern der Scheine und Münzen beim Einkaufen? Sprechen Lehrer noch live oder Computerstimmen über Bildschirme? Wird man in 100 Jahren überall öffentlich mit Musik beschallt? Oder gibt es Anlagen, über die Vogel- und Naturgeräusche in die Städte geleitet werden? In einer Mischung aus einem Hörspiel und einer Klagcollage soll der typische Schultag des 14-jährigen Martin erzählt werden.

Die Klasse 7b der Rhön-Ulstertal-Schule Geisa in Thüringen, einer staatlichen Regelschule, hat das Fachgremium mit einem regionalen Konzept überzeugt. Aus Anlass des 1.200. Geburtstages ihrer Stadt im Jahr 2017 wollen die 19 Schülerinnen und Schüler mit Hilfe einer Klangkollage erkunden, wie ihre Heimat vor 1.200 Jahren geklungen hat, wie sie heute klingt und wie sie in 1.200 Jahren wohl klingen könnte – von schnurrenden Elektromotoren über sprechende Roboter bis hin zu absoluten Naturklängen ganz ohne Menschen.

Mit dabei ist auch die Klasse 8E des Gymnasiums am Kattenberge in Buchholz, Niedersachsen. Die 28 Schülerinnnen und Schüler interessiert die nahe Zukunft. Ihr Konzept: Ein Mädchen erklärt ihrer Großmutter bei einem Spaziergang durch die Stadt das moderne urbane Leben, unter anderem die neue Form der Nutztierhaltung. Menschen leben unter Wasser, unheilbare Krankheiten haben eine Chance auf Heilung und die Klimaerwärmung konnte unter Kontrolle gebracht werden. Wichtig für die Klang.Forscher! aus Buchholz: Verglichen werden sollen die Geräusche auf dem Land mit denen in der Stadt.

Weiterhin nominiert ist die Radio-AG „Krimialarm“ der Freiherr-vom-Stein-Gemeinschaftsschule Neumünster in Schleswig-Holstein. Die zehn Schülerinnen und Schüler der Unter- und Mittelstufe wollen einen Krimi mit Soundeffekten produzieren, in dem ein Mörder aus der fernen Zukunft mit Hilfe einer Maschine in die Gegenwart reist. Die Geschichte soll sich zu einer Fortsetzungsserie entwickeln, die fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn in der Schule gesendet werden soll.

Aus der Anna-Schmidt-Schule Frankfurt am Main kommen die Kultur.Forscher! mit 16 Jugendlichen der 8. Klasse, die gleich vier spannende Projektideen vorgestellt haben. Unter anderem würden sie gerne Fachleute dazu interviewen, ob es Außerirdische gibt, oder der Frage nachgehen, wie in 100 Jahren über Bildung und Wissen kommuniziert wird.

Nominiert ist außerdem der Wahlkurs Begabtenförderung aus dem Humboldt-Gymnasium Vaterstetten in Bayern. Die Idee: In Form eines Hörspiels wollen die 12 Schülerinnen und Schülern aus der 7., 8. und 9. Jahrgangsstufe einen Tag im Leben eines Jugendlichen erzählen, der um das Jahr 2050 lebt. In die Spielhandlung sollen außerdem Experteninterviews eingeflochten werden.

Ebenfalls dabei ist die Klasse 8N des Matthias-Grünewald-Gymnasium Würzburg in Bayern. Die 13 Schülerinnen und Schüler haben Ideen zu drei Themen entwickelt, darunter Vernetzung im Alltag (Smart Home), das Thema Stille im Jahre 2056 oder die Frage, wie klingt Sport in der Zukunft?

Darüber hinaus ist die Klasse 7.4 des Gymnasiums Ernestinum Rinteln in Niedersachsen unter den Nominierten. Die 28 Jungen und Mädchen wollen in einem spannenden Hörspiel, in dem die Alltagswelt in 50 Jahren hörbar wird, die Zuhörer mit auf eine Reise in die Zukunft nehmen.

Klang.Forscher! ist ein Projekt der Stiftung Zuhören, der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur und CHUNDERKSEN.