Wie kann man verschiedene Kulturen und Generationen miteinander verbinden? Das war die Leitfrage, die wir im Rahmen unseres Projekts untersuchten. Wir, das sind die 12 Klang.Forscher! der kooperativen Adolf-Reichwein-Gesamtschule in Langen/Hessen. Hier begaben wir uns auf eine Reise durch unsere Schulwelt, die wir eigentlich zu kennen glaubten und nun völlig neu entdeckten. Denn vor allem unser Schulalltag ist geprägt von einer Vielfalt an Klängen, Geräuschen und Sprachen, denen wir uns vor unserer Klangforschungs-Reise gar nicht bewusst waren.

„Ich gehe jetzt mit offenen Ohren durch die Welt und lerne ständig neue Geräusche kennen. Ich habe eine neue Wahrnehmung gelernt.“ – Justus

An Geräusche und Klänge, die wir häufig hören und die keine emotionale Relevanz für uns haben, gewöhnen wir uns. „Gewöhnung“ bedeutet in diesem Zusammenhang: Unser Gehirn filtert die bekannten Geräusche heraus, sodass wir sie nur noch unterbewusst wahrnehmen und unsere Aufmerksamkeit auf neue, unbekannte Reize lenken können. Dieser Desensibilisierung wollten wir entgegenwirken, indem wir uns alltägliche Geräusche und Klänge ins Bewusstsein riefen. Also machten wir uns mit unseren Aufnahmegeräten auf den Weg durch…

… die Klänge und Geräusche der Natur

Das Feld neben unserer Schule eignete sich besonders gut, um die sanften und eher weichen Klänge der Natur von den lärmenden Geräuschen technischer Einrichtungen, wie Flugzeuge und Autos, zu unterscheiden. Was wir zuvor gar nicht bewusst gehört hatten, rief plötzlich sogar verschiedene Empfindungen hervor. Damit waren wir gewappnet die verschiedenen Sprachen unserer Schule mit gespitzten Ohren zu durchleuchten.

Adolf-Reichwein-Schule Langen

Aufnahme der natürlichen Klänge und Geräusche

„Ich fand es spannend, mir zu überlegen, wie man die Geräusche am besten aufnimmt, um sie so zu erfassen, damit sie gut zur Geltung kommen und so für sich selbst sprechen. Ich habe versucht, mit verschiedenen Aufnahmetechniken den Geräuschen eine Seele einzuhauchen und Charakter zu geben.“ – Nicolas

… die Sprachen in unserer Schule

Zurück in unserer Schule interviewten wir Mitschülerinnen und Mitschüler, die unterschiedliche Sprachen sprechen und zeichneten ihre Antworten mit unseren Mikrofonen auf. Dabei untersuchten wir, welche Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Besonderheiten die einzelnen Worte und Laute der verschiedenen Sprachen mit sich bringen. Dadurch konnten wir uns ein Bild von den uns fremden Kulturen machen und diese mit unseren eigenen kulturellen Grundzügen vergleichen.

Interview mit den Mitschülern der Klang.Forscher!

Interview mit den Mitschülern der Klang.Forscher!

Interview mit den Mitschülern der Klang.Forscher!

Wir sprachen nicht nur mit unseren gleichaltrigen Mitschülerinnen und Mitschülern, sondern hörten auch den älteren Generationen, unseren Lehrern und den an unserer Schule ehrenamtlich engagierten Senioren, genauer zu.

Unsere Schule – eine Klangcollage

„Wir waren schon irgendwie Künstler. Was wir jeden Tag hören, haben wir zu einem gemeinsamen Kunstwerk gemacht, bei dem viele Schüler mitgearbeitet haben. Jeder hat sich eingebracht und es kam am Ende was ganz tolles heraus.“ – Alina

Nachdem wir alle unsere Aufnahmen gesammelt und angehört hatten, waren wir überrascht und beeindruckt von dem klanglichen Farbenreichtum. Um diese Vielfalt in einem akustischen Kunstwerk widerzuspiegeln, bastelten wir aus den einzelnen Geräuschen, Klängen und Sprachen unserer Schule eine Klangcollage.

Die Klang.Forscher! der Adolf-Reichwein-Schule beim Erstellen einer Klangcollage

Die Klang.Forscher! der Adolf-Reichwein-Schule beim Erstellen einer Klangcollage

Die Klang.Forscher! der Adolf-Reichwein-Schule beim Erstellen einer Klangcollage

Die Klang.Forscher! der Adolf-Reichwein-Schule beim Erstellen einer Klangcollage

Die Sprache als verbindendes Glied

So wie wir über ihre individuellen Klänge und Geräusche eine Verbindung zur Natur aufbauen konnten, war es in der Schule die Sprache, die uns mit anderen Kulturen und Generationen verband. Dadurch wurde uns klar, dass die Sprache eine grundlegende und verbindende Kulturtechnik ist, über die wir mit unseren Mitmenschen kommunizieren können und auf der ein Großteil unseres Zusammenlebens und -lernens beruht.

„Es hat mir Spaß gemacht, mir mit den anderen Teammitgliedern Gedanken über Geräusche und Klänge zu machen und sie unter einem Thema zu bearbeiten.“ – Annalisa

Am Projekt Klang.Forscher! nehmen die 12 Schülerinnen und Schüler des Reichwein Radios der Adolf-Reichwein-Gesamtschule im Rahmen ihrer Grundausbildung teil.

Betreuender Lehrer: René Böttche (Leiter Reichwein Radio)

Mediencoach: Klaus Schüller (Lehrbeauftragter der Hochschule Darmstadt, Medienpädagoge)