Wie klingt unsere Stadt? Das war die Ausgangsfrage für uns Klang.Forscher! Gibt es überhaupt den einen Klang der Stadt und wenn ja, wie hat er sich über die Jahre gewandelt? Wir wollten wissen, wie Ottweiler früher klang und wie der Ort heute klingt – und natürlich wer und was für diese Veränderungen gesorgt hat.

Auf der Suche nach den alten Klängen der Stadt haben wir uns in die Stadtbefestigung begeben und dort im antiken Verlies mittelalterliche Geräusche zum Leben erweckt, zum Beispiel die Seilwinde, die in einen tiefen Schacht hinunterreicht. Etwas Besonderes war für uns eine Führung durch den alten Wehrturm der Stadt, aus dem mehrmals am Tag der unverkennbarste Klang in Ottweiler dringt: das Glockenspiel. Der Nachtwächter verriet uns, dass früher Pferdekutschen und Tiere den Klang der Stadt ausgemacht haben.

Heute fahren keine Kutschen. Und auch Kühe, Schafe oder Pferde ziehen nicht mehr durch die Straßen. Für moderne Klänge haben wir uns vom Alltag der Stadt inspirieren lassen und haben ihn mit Mikrofonen eingefangen, zum Beispiel den Straßenverkehr.

KlangForscher-Ottweiler

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Die Sprachen in Ottweiler

„Es ist lauter geworden wegen der vielen Autos und man hört auch andere Sprachen, wenn man jetzt durch die Stadt geht, zum Beispiel auch Syrisch. Und man hat früher auch viel mehr Dialekt gesprochen.“ – Jana

Wir haben schnell bemerkt, dass der veränderte Klang unserer Stadt nicht nur an Dingen wie Autos festzumachen ist, sondern auch an den Menschen und ihren Sprachen. Im Ottweiler Dialekt gab es früher viele französische Worte, die wir heute kaum noch hören. Denn nicht nur in unseren Familien werden verschiedene Muttersprachen wie Russisch oder Italienisch gesprochen, auch im Stadtleben – beispielsweise im türkischen Restaurant – und auch in der Freizeit begegnen wir anderen Sprachen, wie etwa dem Japanisch beim Karatetraining.

Und es gibt ganz neue Sprachen und Namen, die den Klang auf dem Schulhof und im Supermarkt verändern. Denn jetzt sind in Ottweiler einige Flüchtlinge zu Hause, die ihre alte Heimat verlassen haben, weil dort Krieg herrscht. Sie wohnen hier und lernen Deutsch. Und während sie im Unterricht sind, betreuen einige von uns ihre Kinder und spielen mit ihnen. Die Flüchtlingskinder singen gern Lieder in ihrer Heimatsprache, sprechen aber auch schon ein bisschen Deutsch. Und ihre Eltern erzählen von typischen Geräuschen aus ihrer alten Heimat, die uns betroffen machen – es sind die Klänge von Bomben und Kampfflugzeugen.

Wie wird unsere Stadt in 1000 Jahren klingen?

Wir versuchen uns vorzustellen, wie Ottweiler in 1000 Jahren klingt. Welche Geräusche machen wohl fliegende Ranzen, die die Schüler der Zukunft zur Schule fliegen? Roboter leben nicht nur bei uns zu Hause, sondern arbeiten auch als Bedienung im Restaurant. Wir haben das Profistudio des Saarländischen Rundfunks besucht und dort die Töne der Zukunft aufgenommen. Und ein paar Dinge sind auch dann noch so wie immer: das zeitlose Glockenspiel aus dem Alten Wehrturm, und das Lied des Nachtwächters, das jetzt von Robotern gesungen wird.

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Die Schule

Das Gymnasium Ottweiler nordöstlich von Saarbrücken ist ein allgemein bildendes Gymnasium mit sprachlichem und naturwissenschaftlichem Zweig. In den Klassenstufen 5 bis 7 besteht außerdem für sportlich talentierte Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ein zusätzliches Sportangebot in Form von Leistungs-AGs wahrzunehmen. In den letzten Jahren hat das Gymnasium Ottweiler zahlreiche Auszeichnungen, u.a. als „MINT-freundliche Schule und Lesende Schule“ erhalten. 2015 wurde ihr das QVP-Gütesiegel verliehen.

Am Projekt Klang.Forscher! nimmt die Freiwillige Ganztagsschule teil.
Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 9: Johannes, Maximilian, Moritz, Leah, Noël, Andreas, Carola, Elias, Emily, Johanna, Lara, Jana und Marlene

Betreuerin der Freiwilligen Ganztagsschule: Tina Zech

Betreuende Lehrerin: Katrin Ziegler (Lehrerin für Deutsch, Biologie, Ethik)

Mediencoach: Boris Theobald (Hörfunkjournalist)