München/Frankfurt/Düsseldorf, 19. Dezember 2018

Die Nominierten für den Deutschen Klang.Forscher!-Preis im Schuljahr 2018/19 stehen fest. Aus einer großen Bandbreite an Bewerbungen hat ein Fachgremium, dem Hörfunk-, Klang-, und Sprachexpertinnen und -experten angehören, die besten sieben Konzepte von Schülerinnen und Schülern der 6. bis 10. Jahrgangsstufe aus ganz Deutschland ausgewählt. Die neuen Klang.Forscher! erhalten die Möglichkeit, ein Hörstück zum Thema „Gefällt mir! Werten und bewertet werden“ zu realisieren. Die Verleihung des Deutschen Klang.Forscher!-Preises findet im Juni 2019 beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt a. M. statt.

Unter den sieben Nominierten sind Schülerinnen und Schüler verschiedener Schularten. Die Bandbreite reicht von einer Förderberufsschule bis hin zu einem Spezialgymnasium für Sprachen. Schülerinnen und Schüler aus Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Thüringen und Schleswig-Holstein konnten mit ihrem eingereichten Konzept für ein Hörstück überzeugen.

Die Schülerinnen und Schüler stellen sich die Frage, welche Auswirkungen das andauernde Werten und Bewertet werden in Schule, Familie, Freundeskreis und in den sozialen Medien auf das eigene Selbstbild, die Kreativität und die Gefühlswelt hat. Sie erforschen, mit welchen Klängen sich das Thema darstellen lässt und produzieren aus Geräuschen, Tönen, Interviews und Texten ein Hörstück (Länge max. 5 Minuten). Dabei werden sie von professionellen Mediencoaches nach dem Prinzip des Forschenden Lernens unterstützt.

Lutz Roschker, Vorstand der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur: „Das Thema „Werten und bewertet werden“ ist für die Schülerinnen und Schüler ein essentieller Teil ihrer Lebenswirklichkeit, der mit der medialen Entwicklung der vergangenen Jahre immer relevanter geworden ist. Wir freuen uns sehr über die vielen spannenden und engagierten Projektideen, die in diesem Jahr eingereicht wurden. Die Auswahl ist uns nicht leicht gefallen.“

Birgit Echtler, Geschäftsführerin der Stiftung Zuhören: „Bereits zum fünften Mal können wir jungen Klang.Forschern! die Möglichkeit geben, nach dem Prrinzip des Forschenden Lernens ein eigenes Hörstück in einem professionellen Tonstudio zu produzieren. Das trägt zur Zuhörbildung bei und schult die Medienkompetenz. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse in diesem Jahr!“

Die Nominierten

Die Radio-AG an der Otto-Seeling-Mittelschule in Fürth (Bayern) mit Ganztagsschülerinnen und -schülern der 6. bis 8. Klasse, die meisten mit Migrationshintergrund, möchte sich mit sozialen Medien wie Instagram, Youtube oder WhatsApp beschäftigen und herausfinden, warum hier gemobbt, geliked und deabonniert wird. Das Thema soll als „kritische, ernste, fantasievolle und verrückte Geschichte“ umgesetzt und der Klang der Fürther Südstadt eingefangen werden.

Nominiert sind ebenfalls 16 Schülerinnen und Schüler aus den 6. und 7. Klassen verschiedener Gymnasien in und um Würzburg, die sich regelmäßig am Matthias-Grünewald-Gymnasium Würzburg (Bayern) zum Kurs „Hörspiel&Podcast“ treffen. Sie wollen in einem Hörspiel herausfinden wie BeWERTung klingt? Ziel ist es, Likes und Dislikes zum Klingen zu bringen. Die Idee dahinter: In nicht so ferner Zukunft wird das Handy seinem Nutzer alle erhaltenen (Dis)Likes direkt mit Klängen ins Ohr übermitteln.

Eine interessante Bewerbung kommt auch von der Johannes-de-la-Salle-Berufsschule Aschaffenburg (Bayern). Die Lerngruppe in der Berufsvorbereitung (10. Jahrgang) möchte in Form einer Klangcollage erforschen, warum Menschen in Schubladen denken. Mit einer Adaption des Märchens vom hässlichen Entlein wollen die Schülerinnen und Schüler zeigen, was es mit ihnen macht, wenn sie bewertet werden, vor allem nach Äußerlichkeiten.

„Wenn Worte wehtun“, ist das Motto des geplanten Hörstücks der Tonstudio-AG des Gymnasiums Schramberg (Baden-Württemberg). Die acht Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10 möchten sich in einem Hörspiel damit beschäftigen, wie negative und hasserfüllte Kommentare im Netz zustande kommen und was sie auslösen.

Mit dabei ist auch der Kurs „Künstlerisches Projekt“ der Jahrgangsstufe 10 vom A.-S.-Puschkin-Gymnasium in Hennigsdorf (Brandenburg). Die 22 Schülerinnen und Schüler stellen sich die Frage, was sie in den sozialen Medien dazu verleitet, unehrlich zu bewerten und wie es sich anfühlt, wenn man bewertet wird. Warum werden Menschen nach ihrem Aussehen, ihrer Kleidung oder ihrer Herkunft bewertet? Und was macht sie selbst sprachlos?

Die Arbeitsgemeinschaft Salzmannreporter der Salzmannschule Schnepfenthal (Thüringen), einem staatlichen Spezialgymnasium für Sprachen, plant, das Thema Cybermobbing in einem Hörspiel akustisch zu erforschen. Die 15 Schülerinnen und Schüler wollen vermitteln, welche Aktualität das Thema hat und wie man sich Hilfe holen kann.

Ebenfalls nominiert ist die Radio-AG der Freiherr-vom-Stein-Gemeinschaftsschule Neumünster (Schleswig-Holstein). Die acht Schülerinnen und Schüler des 6. bis 10. Jahrgangs wollen der Frage nachgehen, wie Bewertungen in der Schule, der Familie oder in sozialen Netzwerken ihr Leben durchdringen und welche Auswirkungen sie haben. Es soll ein Feature erstellt werden, mit Interviews, Klängen, Geräuschen, Melodien und fiktiven Dialogen.

Produktion der Hörstücke im Frühjahr 2019

In der Auftaktveranstaltung im Februar 2019 in Frankfurt a. M. werden die betreuenden Lehrkräfte in die Methoden der Zuhörbildung und des Forschenden Lernens sowie die akustischen Umsetzungsmöglichkeiten eingeführt. Zwischen März und Mai findet an den Schulen die Klang.Forscher!-Programmwoche statt. Ein Mediencoach kommt in die Klasse und hilft den Schülerinnen und Schülern ihre Idee klanglich umzusetzen. Am Ende der Arbeitswoche geht es für die Endproduktion in ein professionelles Tonstudio, wo die Hörstücke final zusammengesetzt und abgemischt werden. Eine Fachjury wählt aus den Beiträgen den Gewinner des Deutschen Klang.Forscher!-Preises 2019 sowie die Sieger in weiteren Kategorien, die bei der Preisverleihung im Hessischen Rundfunk in Frankfurt a. M. im Juni 2019 geehrt werden.

Klang.Forscher! ist ein kulturelles Bildungsprogramm der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, der Stiftung Zuhören und der Medienagentur CHUNDERKSEN und findet in diesem Schuljahr bereits zum fünften Mal statt. Es ermöglicht durch die Förderung des bewussten Zuhörens das entdeckende Lernen im Bereich der akustischen Lebenswelt. Wahrnehmung, Kommunikationsfähigkeit und Konzentrationsvermögen der Schülerinnen und Schüler profitieren davon.

Kontakt:

Katja Kirste
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit  Klang.Forscher!
Tel.: 0179 7932 231
presse@stiftung-zuhören.de

Pressemeldung (Download PDF)